Motorölwechsel mit Ölabsaugpumpe durchführen

Es steht wieder mal der Ölwechsel an und die Kosten für den Ölwechsel werden jedes Jahr teurer. Irgendwie müssen die Glaspaläste der Premium-Hersteller auch finanziert werden. Wer lässt sich besser das Geld aus der Tasche ziehen, als der ahnungslose Autofahrer, welcher Jahr für Jahr die Fachwerkstätte aufsucht, um eine Routinearbeit wie den Ölwechsel in der Werkstätte durchführen zu lassen. Dabei ist es auch für den Laien so einfach mit einer Ölabsaugpumpe das alte Motoröl selber abzusaugen und neues Marken-Öl wieder nachzufüllen. Ich bin selbst vor Jahren auf diese Methode umgestiegen und hab damit den Ölwechsel bei meinem Audi in kürzester Zeit durchgeführt. In folgender Anleitung stelle ich meine persönlichen Erfahrungen zur Verfügung, wie man das Motoröl selber absaugen (mittels Ölabsaugpumpe) und wechseln kann.

Motoröl selber absaugen und wechseln

Utensilien für den Ölwechsel mit Ölabsaugpumpe

Um das Motoröl selber abzusaugen und zu wechseln sind zusammengefasst folgende einfache Schritte notwendig. Die einzelnen Punkte werden anschließend noch im Detail erklärt.

  • Motor etwas warm fahren.
  • Kanister für Altöl bereitstellen.
  • Den Ablassschlauch der Ölpumpe in den Kanister stecken.
  • Den Ansaugschlauch der Ölpumpe in die Öffnung für den Ölmessstab schieben.
  • Ölabsaugpumpe bei der Batterie anschließen und einschalten.
  • Altes Motoröl absaugen.
  • Motorölfilter wechseln.
  • Markenöl einfüllen.

Die Vorteile dieser Absaugmethode liegen auf der Hand

  • Keine Hebebühne erforderlich
  • Minimaler Werkzeugbedarf
  • hohe Ersparnis bei den Motorölwechsel Kosten
  • Schnell erledigt – kein Werkstattaufenthalt
  • Markenöl (z.B. auch das LongLife Öl) kann billig im Onlinehandel bestellt werden

Werkzeug für den Motorölwechsel

Die Werkzeugausstattung, welche man benötigt, um einen Ölwechsel selber durchführen zu können, ist denkbar gering. Folgende 3 Utensilien werden für den Motorölwechsel benötigt:

  • Einen Kanister mit mindestens 10 Liter Fassungsvolumen. Am besten im Altstoffsammelzentrum nachfragen, ob nicht zufällig so ein Kanister wo herumsteht.
  • Eine Ölabsaugpumpe
  • Einen Schlüssel für den Ölfilter. Dieser ist abhängig vom Ölfilter und von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich – einfach hier mal reinsehen und den passenden Ölfilterschlüssel besorgen. Als Basiswerkzeug für den Ölwechsel und andere Arbeiten nehme ich folgende Ausstattung, da diese für viele kleinere Routine Arbeiten am Fahrzeug nützlich ist.
  • Neues Motoröl entsprechend der Herstellerspezifikation (Steht in den Fahrzeug-Dokumenten – günstige Motoröle gibt es hier)

Beim Kanister ist es hilfreich, wenn man diesen mit Markierungen versieht. Also außen für jeden Liter einen Strich macht, da man so einen guten Überblick hat, wie viel Öl bereits abgesaugt wurde und dies anschließend ein Richtwert ist, wie viel neues Motoröl man anschließend wieder hinzufügt. Dazu einfach ein 1 Liter-Referenzglas mit Wasser füllen und dieses in den noch sauberen Kanister geben und nach jedem Liter eine Markierung einzeichnen.

Anleitung – Motoröl selber absaugen und wechseln

  1. Bevor mit den Arbeiten begonnen wird, sollte man mit dem Auto eine kleine Runde fahren, damit das Motoröl auf ca. 40 bis 50 Grad kommt. Damit ist das Öl dünn flüssiger und kann besser und schneller abgesaugt werden. Wenn das Auto vorher schon auf Betriebstemperatur war, einfach eine halbe Stunde warten, bis das Öl etwas abkühlt.
  2. Als nächstes die Motorhaube öffnen und die Motorabdeckung abnehmen, um später einfacher zum Ölfilter zu gelangen. Bei gewissen Fahrzeugen ist der Ölfilter ohnehin sehr einfach zugänglich und es muss nicht einmal die Motorabdeckung entfernt werden.
  3. Jetzt kommt die Ölabsaugpumpe ins Spiel. Diese im Motorraum auf einer ebenen Fläche platzieren. An der Ölabsaugpumpe befinden sich zwei Schläuche. Ein Schlauch ist der Ansaugschlauch und der andere der Ablassschlauch. Der Ansaugschlauch wird dabei in die Öffnung für den Ölmessstab geschoben (diesen natürlich vorher entfernen). Schlauch einfach soweit hineinschieben, bis man auf Widerstand stößt und somit am Boden der Ölwanne angelangt ist. Das andere Ende wird in den Ölkanister gesteckt, welchen man am besten vor dem Auto am Boden platziert. Wer auf Nummer sicher gehen will, fixiert den Schlauch im Ölkanister, damit dieser nicht unabsichtlich herausrutscht.
  4. Damit hat man auch schon die wichtigsten Vorbereitungen für die Ölabsaugung getroffen. Jetzt kommt der gemütliche Teil des Ölwechsels. Dafür muss die Absaugpumpe an den Minus- und den Pluspol der Batterie angeschlossen werden. Die Klemmen der Pumpe sind entsprechend mit Plus und Minus gekennzeichnet (Plus auf Plus und Minus auf Minus). Keine Angst, man kann hier nicht viel falsch machen. Auch wenn man die Klemmen verkehrt herum anschließt wird nichts kaputt und man merkt recht schnell, dass kein Öl angesaugt wird, weil die Ölabsaugpumpe in die falsche Richtung läuft.
  5. Wenn also die Pumpe richtig angeschlossen ist, dann nur noch den Einschalter der Pumpe drücken und warten bis das Motoröl angesaugt wird. Die Pumpe ist selbstansaugend und es bedarf keiner weiteren Vorkehrungen. Das Öl sollte innerhalb von ein paar Minuten fließen. Falls nicht, dann hat man entweder den Ansaugschlauch nicht weit genug eingeführt oder die Anschlüsse der Pumpe vertauscht.
  6. Je nach Ölabsaugpumpe und Ölfassungsvermögen des Motors dauert die Ölabsaugung maximal 5 bis 10 Minuten bzw. bei großen Motoren auch entsprechend länger. Aber das sieht man ohnehin daran, dass Öl in den Kanister fließt und irgendwann kein altes Motoröl mehr nachkommt. Wenn nur noch einzelne Tropfen kommen, dann ist der Vorgang erfolgreich beendet.

Ölfilter entfernen

Ist das Öl abgesaugt, kann man sich um den Filter kümmern bzw. kann dieser auch schon während des Absaugens herausgeschraubt werden. Aber lieber alles Schritt für Schritt und der Reihe nach, wer will sich hier schon einen Stress machen. Das Basteln am eigenen Auto soll ja auch Spaß machen und wer will schon in 10 Minuten wieder fertig sein. Den gebrauchten Ölfilter am Besten in eine Plastiktüte geben und im Altstoffsammelzentrum entsorgen – ebenso natürlich auch das Altöl im ASZ entsorgen. Neuen Filter einfach einsetzen und dabei die Gummidichtung etwas mit Öl benetzen

Neues Marken Öl nachfüllen

Zu guter Letzt muss nur noch neues Motoröl nachgefüllt werden. Dazu in der Betriebsanleitung lesen, wie viel Motoröl benötigt wird. Wer am Kanister mit Altöl die Markierungen eingezeichnet hat, weiß wie viel Öl abgesaugt wurde und kann entsprechend die gleiche Menge wieder einfüllen (falls der Ölstand vor dem Wechsel grundsätzlich gestimmt hat).

So das war es auch schon – die Arbeiten gehen wirklich einfach von der Hand und so ein Ölwechsel ist wirklich keine Raketen Wissenschaft.

Bedenken- Motoröl selber absaugen

Leider kursieren auch die einen oder anderen Bedenken im Internet herum. Wie wir alle wissen wird mit Angst das meiste Geschäft gemacht. So argumentiert die Fachwerkstätte teilweise : “Ja aber da bekommt man ja nicht alles heraus usw. …” (warum wenden dann viele freie Werkstätten genau die gleiche Methode an). Ich habe auch viel recherchiert und es wurden diverse Untersuchungen gemacht, wo zuerst das Öl abgesaugt wird und anschließend noch die Ölablassschraube geöffnet wird, um zu sehen, wie viel Öl noch verblieben ist. Alle Studien haben gezeigt, dass man hier maximal von ein paar Tropfen spricht, die dann noch ausgetreten sind. Also das Motoröl selber absaugen und wechseln ist jedenfalls eine super Alternative und spart viele Kosten beim Motorölwechsel.

Zusammenfassung der benötigten Utensilien